Leitfragen des Verbundes

1. Was genau sagt die Diagnose demokratischer Regression aus und wie lässt sie sich empirisch belegen?

Der Begriff der Regression wird einer kritischen Reflexion mit dem Ziel unterzogen, empirische Beobachtungen einordnen zu können. Das Verhältnis von Demokratie und Regression wird mit dem Ziel ausgelotet, Anforderungen an die Demokratietheorie herauszuarbeiten.

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Eine lebendige Zivilgesellschaft (z.B. Vereine, Initiativen, Bündnisse) ist eine zentrale Stütze der Demokratie. In Zeiten demokratischer Regression (Rückschritte der Demokratie, z.B. mehr Druck von autoritären Kräften) gerät sie jedoch zunehmend unter Druck. WP 1.2 untersucht, wie zivilgesellschaftliche Initiativen in Hessen (etwa zu Migration und Flucht, Geschlecht sowie Natur- und Klimaschutz) diese Entwicklungen erleben. Gefragt wird: Wie erfahren sie demokratische Regression, welche Herausforderungen sehen sie, wie reagieren sie, welche Konflikte entstehen – und wie positionieren sich Jugendliche in diesem Umfeld.

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2. Welche Erklärungen lassen sich hierfür anführen?

WP 2.1 untersucht, wie soziale Marginalisierung (Randständigkeit, z.B. wenig Ressourcen, geringe Anerkennung) und das Gefühl des Ausschlusses mit elitenkritischen und demokratiefeindlichen Einstellungen zusammenhängen.

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WP 2.2 untersucht die historischen Dynamiken (anti-)demokratischer Regression durch die Analyse von Ortsgeschichten und Familienerzählungen in ländlichen Gemeinden. Im Fokus steht die Frage nach „Pfadabhängigkeiten“ (Kontinuitäten) und „Pfadabweichungen“ (Brüchen) in politischen Einstellungen und Verhaltensweisen. Dabei wird analysiert, wie politische Traditionen über Generationen entstehen, stabilisiert werden oder sich im Laufe der Zeit wandeln.

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3. Welche Strategien können entwickelt werden, um regressiven Tendenzen entgegenzuwirken?

WP 3.1 geht von der Annahme aus, dass Demokratie zukunftsbezogen ist – ihre Stärke („Vitalität“) beruht darauf, glaubhafte Versprechen für eine gestaltbare, bessere Zukunft zu machen und dadurch Vertrauen in der Bevölkerung zu schaffen. Ausgangspunkt ist diese Hypothese. Daraus ergeben sich drei unterschiedliche Untersuchungsrichtungen, die miteinander verknüpft werden.

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Politische Akteure nutzen populistische Strategien, um einen vermeintlichen Gegensatz zwischen Stadt und Land zu konstruieren. Dabei werden Menschen im ländlichen Raum häufig als „normale“ Bürger*innen den angeblich abgehobenen „urbanen Eliten“ gegenübergestellt. Gleichzeitig zeichnen sich ländliche Räume oft durch enge soziale Strukturen aus. Diese können populistische Ansprachen zwar begünstigen, zugleich aber auch dazu beitragen, regressiven Tendenzen entgegenzuwirken und demokratische Strukturen zu stärken.

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