So eindringlich das Problem demokratischer Regression auch empfunden werden mag: Seine sozialwissenschaftliche Erforschung wirft grundlegende Fragen auf. Aus diesem Interesse diskutierten DemoReg-Mitglieder am 10. März in Darmstadt mit Prof. Dr. Patrick Sachweh (Uni Bremen). Er arbeitet u. a. am Forschungszentrum Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) zu Themen, die große Bedeutung für die Regressionsforschung haben, etwa dem konzeptionellen Umgang mit Abwertungserfahrungen. Sein Input Zur theoretischen Konzeption und empirischen Erforschung gesellschaftlichen Zusammenhalts gab einen Überblick in laufende Studien, auf deren Veröffentlichung der Forschungsverbund gespannt wartet.

Im Anschluss kritisierte Oliver Eberl in seinem Beitrag den Regressionsbegriff: Das Verhältnis zwischen Forschenden und Beforschten sei strukturell asymmetrisch, ein „Blick nach unten“. Das werde von den als regressiv markierten Bürger*innen wahrgenommen – ein Regressionsurteil entspreche auch einer Abwertung. Stattdessen gelte es, die gegenwärtige Situation als einen Demokratiekonflikt zwischen liberaler Demokratie und ihren Gegner*innen zu untersuchen.

Charlotte Dany gab einen ersten Einblick in die Arbeit des Work Package 1.2, das sich mit zivilgesellschaftlichen Akteur*innen beschäftigt. Sie skizzierte den geplanten Feldzugang, der etwa qualitative Interviews mit Vertreter*innen von Verbänden und Vereinen beinhalte. Darüber hinaus betonte sie Herausforderungen bei der Suche nach trennscharfen Konzepten in der Regressionsforschung. Die anschließende Diskussion bot eine gute Basis für die künftige Begriffsarbeit im Verbund.

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